Wie viele Flyer brauche ich wirklich? So kalkulieren Sie Ihre Auflage richtig

Wie viele Flyer brauche ich wirklich? So kalkulieren Sie Ihre Auflage richtig

Keine Bauchgefühle mehr – so planen Sie Ihre Verteilung sauber durch

Die meisten Kampagnen scheitern nicht am Design des Flyers, sondern an zwei Punkten: falsches Gebiet und falsche Auflage. Zu wenig gedruckt = Potenzial verschenkt. Zu viel gedruckt = Geld im Papiercontainer. Die gute Nachricht: Die richtige Flyermenge lässt sich strukturierter kalkulieren, als viele denken.

In diesem Beitrag bekommen Sie einen klaren Leitfaden, wie Sie Ihre Auflage sinnvoll planen – für Haushaltsverteilung, B2B-Verteilung, Auslage und Straßenpromotion.


1. Der Grundsatz: Auflage folgt Ziel – nicht umgekehrt

Bevor Sie irgendeine Zahl in den Druck geben, klären Sie drei Dinge:

  1. Ziel
    Was soll die Aktion bringen?
    – mehr Ladenfrequenz, Leads, Anfragen, Eventbesucher, Online-Traffic?
  2. Zielgruppe
    Wen wollen Sie wirklich erreichen?
    – Haushalte im Umkreis, Gewerbebetriebe, Bestandskunden, Eventbesucher, bestimmte Stadtteile?
  3. Gebiet
    Wo findet Ihr Geschäft statt?
    – Einzugsgebiet 2–5 km, bestimmte PLZ, Gewerbegebiete, Innenstadt, ganze Stadt/Region?

Erst wenn das klar ist, lohnt es sich, über Stückzahlen zu reden.


2. Haushaltsverteilung: So berechnen Sie die Auflage nach Haushalten

Bei der klassischen Haushaltsverteilung ist die Basiszahl immer: Anzahl der Haushalte im Zielgebiet.

Typische Vorgehensweise:

  1. Haushaltszahl pro Gebiet ermitteln
    – z. B. über Verteilbezirke, PLZ, Stadtteile (liefert Ihnen der Verteilservice)
    Beispiel: 3 Stadtteile mit insgesamt 18.000 Haushalten.
  2. Abdeckungsgrad festlegen
    Sie müssen nicht zwingend 100 % des Gebiets machen.
    Orientierungswerte:
    • 100 %: maximale Präsenz, z. B. zur Neueröffnung
    • 70–80 %: solide Kampagne
    • 50 %: Testaktion / erste Erhebung
    Beispiel: Sie wollen 80 % der 18.000 Haushalte erreichen.
    18.000 × 0,8 = 14.400 Flyer
  3. Reserve einplanen
    Verschnitt, interne Nutzung, Auslage, Nachverteilung – alles braucht wenige Prozent Reserve.
    Realistisch: +5–10 % Beispiel:
    14.400 + 10 % Reserve = 14.400 + 1.440 = 15.840 Flyer
    Aufgerundet: 16.000 Flyer

Damit haben Sie eine Auflage, die sich nachvollziehen lässt – nicht „aus dem Bauch“.


3. B2B-Verteilung: So kalkulieren Sie für Betriebe

Bei B2B-Verteilung zählt nicht die Masse, sondern die Relevanz. Hier arbeiten Sie eher mit Anzahl der Betriebe, nicht mit Haushalten.

Vorgehen:

  1. Zielbranchen & Gebiete definieren
    z. B. „Gastronomie & Hotels in Stadt X“, „Handwerk im Gewerbegebiet Y“.
  2. Anzahl der Zielbetriebe schätzen/ermitteln
    – z. B. 400 Betriebe (Restaurants, Cafés, Hotels, Büros, Praxen).
  3. Sicherheitsaufschlag einplanen
    – für Doppelnutzung, interne Nutzung, verpasste Betriebe, Zusatzansprachen.
    In der Praxis: +20–30 % Beispiel:
    400 Betriebe × 1,3 = 520 Exemplare Auflage: 500–600 Flyer/Broschüren (je nach Format).

Bei wertigem Material (Broschüren, Kataloge) lieber etwas knapper kalkulieren und lieber nachdrucken, als große Mengen ungenutzt zu lassen.


4. Auslageverteilung: Wie viele Flyer pro Auslagestelle?

Hier geht es nicht um einmalige Verteilung, sondern um Sichtbarkeit über einen Zeitraum.

Vorgehen:

  1. Anzahl der Auslagestellen festlegen
    z. B. 30 Standorte (Cafés, Studios, Praxen, Hotels).
  2. Menge pro Standort bestimmen
    – hängt von Frequenz & Thema ab.
    Richtwert: 30–100 Stück pro Standort für den Start. Beispiel:
    • 30 Standorte × 50 Flyer = 1.500 Flyer
    • Reserve für Nachbestückung: +50–100 %
    1.500 × 2 = 3.000 Flyer Gesamtausgabe

Sie können dann z. B. mit 3.000 Flyern eine erste Auslagewelle fahren und sehen, wo sich viel bewegt – und wo wenig. Danach planen Sie gezielter nach.


5. Straßenpromotion: Hand-zu-Hand-Verteilung realistisch planen

Hier werden Flyer aktiv an Passanten verteilt. Typische Fehler: unrealistisch hohe oder niedrige Verteilzahlen pro Stunde.

Grobe Orientierung:

  • 500–800 Flyer pro Promoter und Tag (je nach Frequenz, Ort, Ansprache)
  • mit Ansprache und gezielter Verteilung eher am unteren Ende
  • mit reinem „Durchreichen“ bei Spitzenfrequenz eher am oberen Ende

Beispielrechnung:

  • 2 Promoter
  • 6 Stunden aktive Verteilung
  • realistisch: 2 × 600 = 1.200 Flyer pro Tag

Planen Sie nicht mit „2.000 pro Person“, wenn Sie eine seriöse Aktion wollen – das führt meistens zu hektischer, ineffektiver Verteilung.


6. Testkampagne vs. große Kampagne: Auflagenstrategie in Stufen

Gerade wenn Sie neu starten oder ein Gebiet nicht kennen, macht eine Stufenstrategie Sinn:

  1. Testwelle (kleinere Auflage)
    z. B. 5.000–10.000 Flyer in einem Kerngebiet.
    Ziel: Reaktion messen, Angebot prüfen, Gestaltung testen.
  2. Hauptwelle (größere Auflage)
    Bei guter Resonanz Ausweitung auf weitere Stadtteile oder Radius.
    Auflage dann z. B. 20.000–50.000, je nach Gebiet.

Vorteil:
Sie verbrennen kein Budget, falls Angebot, Zeitpunkt oder Gestaltung noch nicht passen – und skalieren erst, wenn Sie sehen, dass die Richtung stimmt.


7. Typische Fehler bei der Auflagenplanung – und wie Sie sie vermeiden

  1. „Wir drucken einfach 50.000, das wird schon passen.“
    → Besser: Von Gebiet & Haushaltszahlen ausgehen, nicht von einer runden Zahl.
  2. Keine Reserve einplanen
    → Immer 5–10 % Reserve (Haushalt) bzw. 20–30 % (B2B/Auslage) einrechnen.
  3. Zu kleine Auflagen bei großen Gebieten
    → Wenn Sie eine ganze Stadt „bespielen“ wollen, reichen 5.000 Flyer oft nicht – dann lieber weniger Gebiet, dafür vollständig.
  4. Gebiet und Auflage passen nicht zusammen
    → Beispiel: 10.000 Flyer, aber Zielgebiet mit 25.000 Haushalten. Ergebnis: „Nichts Halbes und nichts Ganzes.“
  5. Keine Sicht auf Folgeaktionen
    → Besser: Schon bei der ersten Planung überlegen, ob eine zweite Runde sinnvoll ist – und wie sich das auf die Druckkosten auswirkt.

8. Praktische Faustformeln für den Alltag

Damit Sie schnell entscheiden können, hier ein paar einfache Richtwerte:

  • Haushaltsverteilung:
    Haushalte im Gebiet × gewünschter Abdeckungsgrad (z. B. 0,8) + 5–10 % Reserve
  • B2B-Verteilung:
    Anzahl der Betriebe × 1,2–1,3 (Reserve für Mehrfachansprache & interne Nutzung)
  • Auslageverteilung:
    Auslagestellen × 50–100 Exemplare × gewünschte Laufzeit (z. B. 1–2 Nachfüllrunden)
  • Straßenpromotion:
    Anzahl Promoter × 500–800 Flyer pro Tag

Das ersetzt keine Detailplanung – liefert aber eine solide Ausgangsbasis.


9. Fazit: Die richtige Auflage ist kein Zufall, sondern Ergebnis sauberer Planung

„Wie viele Flyer brauche ich?“ ist keine Gefühlsfrage, sondern eine Rechenaufgabe:

  • Gebiet klar definieren
  • Haushalte/Betriebe/Auslagestellen kennen
  • realistische Abdeckung & Reserve einplanen
  • ggf. in Test- und Hauptwellen denken

So schützen Sie Ihr Budget, erhöhen die Erfolgswahrscheinlichkeit Ihrer Kampagne und schaffen eine Basis, auf der Sie seriös optimieren können.

Wenn Sie Ihre nächste Flyerkampagne nicht aus dem Bauch heraus planen möchten, sondern mit einer klaren Struktur, ist der nächste Schritt einfach:

Fordern Sie eine kostenlose Beratung bei Verteilservice Rehmann an.
Wir prüfen Ihre Ziele, Ihr Gebiet und Ihr Budget – und helfen Ihnen, eine Auflage zu definieren, die weder zu klein noch zu groß ist, sondern genau richtig für Ihre Kampagne.